VOLLKORN-ESPRESSO-DINKELTORTE MIT BUTTERCREME + 10 TIPPS FÜR DEN PERFEKTEN VOLLKORN-BISKUIT



Ist sie nicht eine Augenweide?  
An Ostern oder Geburtstagen steht bei uns diese Espressotorte mit Buttercreme auf der Tafel - der Festschmaus par excellence. Schon lange im voraus freue ich mich auf den speziellen Tag, denn dann zelebriere ich jedes einzelne Tortenstück dieses Prachexemplars Bissen für Bissen in dem Bewußtsein, dass ich gerade etwas ganz besonderes genieße. Wer es nicht weiß, ahnt nicht, dass er gerade einen Vollkorn-Biskuit isst, so locker und cremig schmeckt er.

Damit alles perfekt funktioniert, verrate ich Dir 10 Tipps für einen traumhaften Vollkorn-Biskuit, sowie das Rezept für die Espresso-Dinkeltorte. Easy peasy verwandelst Du den Biskuit in eine mehrschichtige Torte, die jede Festtagstafel schmückt. Ein köstlicher Traum.



 
Biskuit ist leicht zu backen
Wie häufig habe ich schon gehört, dass Vollkorn den Kuchen trocken und hart machen soll. Dabei muss das wirklich nicht sein, denn etwas mehr Flüssigkeitsgabe, dazu sehr fein gemahlenes Mehl genommen, ergibt einen Biskuit, der für Dich ganz leicht nachzubacken ist.

Biskuit besteht aus vergleichsweise zu anderen Kuchen vielen Eiern, relativ wenig Mehl und zumeist ohne Fettzugabe, also ein sehr lockerer Teig, der sich wunderbar anbietet für oppulente Torten, doch auch für Rouladen mit den verschiedensten Füllungen und für frische Obstkuchen.

Gebackener Biskuit kann sehr gut bis zu 4-6 Monate tiefgefroren werden, umso stressfreier kannst Du Dich also für wichtige Feierlichkeiten rüsten.

Etwas Zeit sollte eingeplant werden, damit dieses Prachtstück gelingt. Biskuit darf ruhig einen Tag ruhen, bevor es an die Weiterverarbeitung geht.



Meine Tipps für perfekten Vollkorn-Biskuit-Tortenboden:
  • Zutaten ca. 1/2 Stunde vor dem Verarbeiten aus dem Kühlschrank nehmen, damit sie Zimmertemperatur annehmen und sich besser miteinander verbinden können.
  • Eine Springform mit dem Durchmesser von 26 cm vorbereiten, dabei nur den Boden leicht einfetten und mit einem nach der Form ausgeschnittenem Backpapier glatt ausgelegen. Durch das Einfetten des Bodens rutscht das Backpapier nicht fort. Ein beliebter Fehler ist, den Rand mit einzufetten, dann kann es passieren, dass der Biskuitboden beim Herausnehmen aus dem Ofen zusammenfällt, da er sich nicht am Rand festhaften kann. 
  • Durch den Vollkornanteil geht die Torte nicht so hoch wie üblicherweise mit Auszugsmehl, deshalb achte darauf, dass das Vollkornmehl wirklich sehr fein gemahlen ist.
  • Unbedingt frische Eier verwenden, ihre Qualität beeinflusst Menge und Standfestigkeit von Eischnee und Schaummasse und damit die Lockerung des späteren gebackenen Biskuits. Eier in Eigelb und Eiweiß trennen. Aufpassen, dass kein Eigelb in die Eiweißmasse gelangt. Ein kleiner Klecks davon verhindert, dass das Eiweiß fest wird. Außerdem, Schüssel und Schneebesen müssen absolut fettfrei sauber sein. Eiweiß sehr steif schlagen, die richtige Konsistenz erkennst Du daran, dass am Schneebesen des Rührgeräts Spitzen hängen bleiben, und selbst aus der umgedrehten Rührschüssel die Eiweißmasse sich nicht herausbewegt.
  •  Die Eigelbmasse soll dick-cremig sein, also Eigelb mit Honig lange genug schlagen. Darauf den steifen Eischnee geben, nun....
  • Vollkornmehl mit Backpulver vermischen, über die Schaummasse sieben und alles sehr locker unterheben. Mehl nie unterrühren, da der Teig hierdurch die lockere Beschaffenheit verliert, schließlich brauchen wir noch die wertvollen Luftbläschen. Zu langes Rühren ergibt zähen Teig, das Mehl besser vorsichtig mit dem Kochlöffel als mit dem Rührgerät unterheben.
  • Sofort backen, sonst fällt der Teig zusammen, deshalb gib ihn rasch in den vorgeheizten Ofen bei 180°C Ober-/Unterhitze, mittlere Schiene. Ich empfehle Ober-/Unterhitze, denn sie trocknet den Boden nicht zu sehr aus wie Umluft. Auch während des Backvorgangs nicht die Ofentür öffnen, das bekommt dem Biskuit nicht so gut.
  • Du kannst es mit Deinem Finger fühlen, wenn der Biskuit zum Herausnehmen fertig gebacken ist: Er fühlt sich nicht mehr feucht an. Wenn Du den Teig eindrückst, geht er wieder in seine ursprüngliche Form zurück. Ist er jedoch schon zu lange im Backofen, bleibt der Fingerabdruck, der Boden ist zu trocken und nicht mehr elastisch genug. Bist Du Dir unsicher, mache eine Garprobe mit einem Holzspieß.
  • Mit einem Messer vorsichtig den fertig gebackenen Boden vom Rand der Springform lösen, den Rand entfernen. Nun zum Auskühlen auf ein mit Backpapier belegten Kuchenrost stürzen, den Boden der Springform entfernen und den Biskuit mit dem mitgebackenen Backpapier erkalten lassen, dann dieses sachte abziehen.
  • Den Boden erst völlig erkaltet weiter verarbeiten, also lieber einen Tag vorher backen. Für eine Torte mit verschiedenen Schichten den Tortenboden mit einem Messerchen gleichmäßig rundherum ca. 1 cm tief einschneiden, den Einschnitt mit einem starken Zwirnsfaden nachziehen und über Kreuz an beiden Fadenenden ziehen, schwupps, ist der Boden durchschnitten. Mit einer Tortengarnierscheibe vorsichtig den dünnen Tortenboden entfernen, damit er nicht bricht.




Espresso-Dinkeltorte mit Buttercreme

Biskuitteig:
7 Eier
230 g Akazienhonig
280 g Dinkelvollkornmehl
1/2 TL Vanille, gemahlen
3/4 Pckg. Backpulver

Creme:
3/4 l Sahne-Wasser-Gemisch (Milch)
3 EL Akazienhonig
2 P. Bio-Vanillepudding oder 175 g gemahlene Vollkornhirse + Mark 1 ausgekratzten Vanilleschote
4 x ca. 2 g Espressopulver-Sticks oder 4 gehäufte TL Instant-Getreidekaffee
250 g zimmerwarme Butter 

Krokant:
1 P. gehackte Mandeln
10 g Butter
2 TL Akazienhonig

250 g Aprikosenfruchtaufstrich
16 Mokkabohnen


Den Backofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
Eine Springform mit dem Durchmesser von 26 cm vorbereiten, indem nur der Boden leicht eingefettet und mit einem nach der Form ausgeschnittenem Backpapier glatt ausgelegt wird.
Die Eier sorgfältig in Eigelb und Eiweiß trennen. Eiweiß zu schnittfestem Schnee schlagen und kühl stellen.
Eigelb mit dem Honig dickcremig rühren.
Eiweißmasse darauf geben. Vollkornmehl mit Backpulver und Vanille vermischen, über die Schaummassen sieben und alles sehr locker mit dem Kochlöffel unterheben.
Biskuitteig sofort in die Form füllen und in dem vorgeheizten Backofen backen, damit er nicht zusammenfällt. Ca. 30 Minuten backen.
Mit Fingerdruck - oder Stäbchenprobe feststellen, ob er fertig gebacken ist.

Sahne-Wasser-Gemisch oder Milch sofort mit Honig und Vanillepulver-Pudding mit dem Schneebesen verrühren und aufkochen, bis die Masse andickt. Pulver der Expresso-Sticks oder Getreidekaffee unterrühren, so lange der Pudding noch heiß ist. Abkühlen lassen.Die Butter schaumig rühren, löffelweise den Pudding zu der Butter hinzufügen und unterrühren. Wichtig: Butter und Pudding müssen die gleiche Temperatur haben, sonst gerinnt die Buttercreme.
Wer keinen Vanille-Pudding verwenden möchte, verrührt das Sahne-Wasser-Gemisch mit der gemahlenen Hirse und dem Mark der Vanillestange, die Masse aufkochen lassen und ca. 15 Minuten ausquellen lassen.
Pulver der Expresso-Sticks oder Getreidekaffee unterrühren, so lange der Pudding noch heiß ist. Mit dem Mixstab fein pürieren und abkühlen lassen. Mit der Butter, wie beim Vanillepudding beschrieben, weiter verfahren.
Gehackte Mandeln in eine Pfanne geben, mit Butter und Honig verrühren, erhitzen und rösten, Aufpassen, die Temperatur darf nicht zu hoch sein, damit der Krokant nicht verbrennt. Sobald er unter Rühren goldgelb geworden ist, aus der Pfanne herausnehmen und abkühlen lassen. Öfters durchrühren, damit er nicht zusammenklebt.

Den Biskuit zweimal durchschneiden, mit dem Aprikosenfruchtaufstrich zwei Böden bestreichen. Die fertige Buttercreme draufstreichen, die Böden zusammensetzen und rundherum mit der weiteren Buttercreme bestreichen. Mit dem Tortenteiler 16 Stücke markieren, die restliche Creme in eine Tortenspritze geben und die Torte nach Wunsch dekorativ verzieren.
Krokant an den Rand und oben in die Mitte, gut sichtbar durch den Tortenteiler, streuen. Auf die Creme-Garnierung Mokkabohnen als Blickpunkte setzen.

Tipp:
Anstelle von Mokkabohnen kann auch nur Krokant dekorativ eingesetzt werden.


Süße Grüße aus der himmlischen Tortenbackstube,
Deine


Kommentare:

  1. Liebe Sigrid, was für ein Meisterstück, einfach köstlich. Deine Torte ist ein Traum, sieht so lecker aus. darf ich ein Stück haben?
    Herzliche Grüße
    Edyta

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    1. Aber gerne doch, liebe Edyta, lass uns zusammen ein Stück Torte essen und ein Täschen Kaffee trinken. Vielen Dank für Dein Kompliment.
      Liebe Grüße Sigrid

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  2. Köstlich sieht die aus. Die wird probiert! Sieht dann zwar definitiv nicht so perfekt aus wie bei Dir, aber ich hoffe sie schmeckt wie bei Dir!
    Schönen Sonntag wünscht Dir Katrin

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    1. Liebe Katrin, vielen Dank, doch nicht jede Torte sieht bei mir so aus, da habe ich mal richtig Glück gehabt. Wichtig ist nur, dass sie gut schmeckt, außerdem schmeckt sie auch ohne aufwendige Verzierungen.
      Wünsche Dir ebenso einen schönen Sonntag, herzlichst Sigrid

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  3. Hallo Du Künstlerin!!!!!!!

    Wahnsinn, wir sind begeistert, Peter schluckt, mir läuft das Wasser im Mund zusammen, und ich glaube liebe Sigrid, wir müssen uns zu Ostern bei Euch einladen, um mit Euch diesen Torten-Traum zu genießen!!!????.....

    Großes Kompliment, sie ist wirklich gelungen, da wird ja jeder Konditormeister neidisch und vor allen Dingen ist sie nicht nur köstlich sondern sie befriedigt auch noch das "gesunde Gewissen"...

    Ich kann mir vorstellen, das Herr Rübe es kaum aushält bis Er sie am Ostersonntag verspeisen darf???? Doch wie sagt man so schön: Vorfreude ist die schönste Freude....aber, gilt das auch bei solchen Verführungen?????

    Viele süße und verführerische Grüße......Peter & Charlotte

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    1. Warum soll es Euch anders gehen wie mir, schließlich reibe ich mir auch immer die Augen, wenn ich lese, welche Köstichkeiten es bei Euch gibt. Meinen herzlichen Dank an Euch beide, liebe Charlotte, lieber Peter, diese Torte war ein Glücksgriff, dass sie so gut geworden ist, habe ich wohl eher meiner Mom zu verdanken. Ja, das wärs, ein Osterkaffeetisch zu viert, ich glaube, wir hätten viel zu erzählen...ich kann es mir richtig gut vorstellen.
      Liebe Grüße aus dem Tortentraumland, Eure Sigrid

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  4. Irmgard Schwartmann14. März 2016 um 10:04

    Eine köstliche Torte. Wollte nur anmerken: wem die Zahl der Eier zu hoch ist (vegan, tierisch-eiweissfrei): einen Teil des Mehls kann man durch Buchweizenmehl ersetzen und dafür 1-2 Eier weglassen. Buchweizen gibt eine gute Lockerung und Elastizität.

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    1. Liebe Irmgard,
      vielen herzlichen Dank für Deinen Besuch hier und den guten Tipp, den ich unbedingt demnächst umsetzen möchte, denn unter mangelnden Eierreichtum kann sich ein Biskuit wirklich nicht beklagen.
      Liebe Grüße Sigrid

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  5. Liebe Sigrid,
    ich bin total traumatisiert von Buttercremetorten. Denn in Russland werden fast alle Torten mit Buttercreme "verfeinert". Deine Torte sieht aber so köstlich aus und vor allem der Espresso-Geschmack reizt mich sehr. Ich glaube, bei dieser Torte würde ich mich wieder an Buttercreme wagen und bin mir sicher, dass deine Torte mich überzeugen würde.

    liebe Grüße :)
    -Swetlana

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    1. Vielen Dank, liebe Swetlana, dass Du mir dennoch soooo nette Worte geschrieben hast und das bei Deiner Vorgeschichte. Deshalb freue ich mich umso mehr, dass Du doch noch mal ins Buttercremereich hineinsteigen würdest..... sehr sehr mutig..... aber glaube mir, es lohnt sich.
      Liebe Grüße Sigrid

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  6. Wow, was für ein tolles Rezept! Ich bin ein großer Fan von Kaffe oder Espresso in Gebäck. Von der Torte hätte ich jetzt sehr gerne ein Stückchen :)
    Liebe Grüße
    Julia
    Dandelion Dream

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    1. Dann sind wir schon zu zweit, liebe Julia, obwohl ich keinen Kaffee trinke, liebe ich das Kaffeearoma. Ich schick Dir gleich mal ein Stückchen rüber, ist Express angenehm?
      Liebe Grüße Sigrid

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  7. Also das ist ja ein Wahnsinn. Die Torte sieht perfekt aus...ich hätte schwören können sie ist gekauft oder von einem Konditor. Hut ab! Wenn meine Kuchen halbwegs so schön aussehen würden...

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    1. Vielen Dank, liebe Diana, für Dein tolles Kompliment. Die Hilfe meiner Mom hat der Torte auf jeden Fall gut getan, glaube mir, wenn sie mir nicht geholfen hätte, wäre sie nicht so schön geworden.
      Liebe Grüße Sigrid

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  8. Wow, die sieht einfach bombastisch aus! Ich habe Biskuit bisher nur mit 1050er Mehl gebacken, an Vollkorn hatte ich mich noch nicht heran getraut. Ich habe aber eine kleine Frage: Kann man die Honigmenge etwas reduzieren oder braucht es das schon? :)

    Liebe Grüße
    Patricia

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    1. Das macht mich richtig glücklich, dass sie Dir gefällt, liebe Patricia, alle Achtung, dass Du Dich bereits an 1050er Mehl herangewagt hast. Ich habe mich etwas schlau gemacht betreffs der Honigmenge, eigentlich ist sie schon am unterem Limit, probiere es vorerst mal mit 30 g weniger oder spare mit der Süße in der Füllung, falls es Dir immer noch zu süß sein sollte.
      Liebe Grüße Sigrid

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